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Einhausung der A 1 bei Köln-Lövenich


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A 1 bei Köln-Lövenich: Einhausung

Es ist vorgesehen, die Autobahn A1 im Bereich der Anschlussstelle Köln-Lövenich auf mehreren Kilometern Länge mit einem Dach zu versehen, sodass der Lärmschutz für die angrenzenden Wohngebiete spürbar verbessert wird.

Was das mit Baukultur, der Überschrift dieser Abteilung, zu tun hat, wird man vielleich in zwei, drei Jahren sehen, wenn das Projekt fertig ist. Jedenfalls ist es eine Baustelle, die es in sich hat! Begonnen wurde 2007, vorangegangen ist eine sehr lange Planungszeit, und es ist ein nicht nur technisch anspruchsvolles Projekt, sondern erfordert gleichzeitig eine komplizierte Verkehrsführung auf einem der meistbefahrenen Autobahnabschnitte Deutschlands. Die Bauzeit wird entsprechend lang sein.

Zwischendurch gab es einen Planungsstopp - der Prüfstatiker hatte Einspruch erhoben, es sei falsch gerechnet worden. Wie in solchen Fällen üblich, wird natürlich nachgerechnet und neu berechnet, nicht ohne bei dieser Gelegenheit schnell die berechneten Baukosten anzuheben. Mehrkosten trägt ja gerne der Steuerzahler.

Angeblich handele es sich um eine Bauweise, die es bisher so noch nicht gab. Wir lassen uns überraschen. Schließlich ist es eine Überdachnung, die auf drei Wänden ruht, eigentlich nichts Neues. Aber warten wir ab.


Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen stellt einen Prospekt zur Verfügung, der das Schema der Einhausung und den Lageplan zeigt:







Allein die Gründung der Betonwände ist schon beeindruckend!

Zunächst wird die Baugrube ausgehoben und zu beiden Seiten mit Spundwänden verbaut. Das Niveau der Baugrube liegt gut drei Meter unterhalb des Fahrbahnniveaus. Die Sohle wird mit Sand und Kies versehen und verdichtet. Als nächstes wird eine Art Sauberkeitsschicht aus Beton eingebaut, immerhin bald 50 cm dick, ohne Stahlbewehrung. Zu beiden Seiten wird die Baugrube sodann wieder bis zur Oberkante des Betons verfüllt.

Auf die Betonfläche werden die Fundamente aufgebaut, jeweils in Abschnitten (wie später die Wände) von etwa zehn bis 12 Metern Länge. Es wird ein mächtiger Kasten geschalt und eine Stahlbewehrung eingebracht - die fix und fertig per Tieflader angeliefert wird.

Auf dem ersten Bild sieht man im Vordergrund die fertige Sauberkeitsschicht, ganz hinten die Schalung eines Fundamentes, dazwischen einen fertigen Fundamentabschnitt und einen Abschnitt, in den gerade die Stahlbewehrung eingebaut wurde.





Hier ein fertiger Fundamentabschnitt, gut zu erkennen sind die Anschlusseisen für die aufgehende Wand. Die Fundamente werden nach dem Ausschalen beidseitig verfüllt, langsam steigt das Niveau der Baugrube wieder an.

Als nächstest werden die vorgefertigten Wandschalungen gestellt. Sie werden abschnittsweise immer wieder verwendet. Sie haben gleich fest montiert verschiedene Ebenen von Arbeitsgerüsten, sodass man gut auf allen Höhen der Wand arbeiten kann. - Mächtige Betonklötze dienen den Stahltreben als Widerlager, damit die Schalung und später die ganze Wand beim Betonieren nicht umkippt.







Im Vordergrund ein fertiger Wandabschnitt, dahinter ein Stück, bei dem noch an der Bewehrung und an Holzkästen, die später Aussparungen bilden, gearbeitet wird. Die grauen Kästchen sind Abstandhalter, die dafür sorgen, dass der Stahl sich beim Betonieren nicht zu nah an die Schalung drückt - sonst könnte es später hässliche Rostflecken geben. Wenn alles vorbereitet ist, wird die zweite Seite der Schalung, im Hintergrund zu sehen, aufgestellt und mit der gegenüberliegenden Schalung verbunden. Die Wand ist zum Betonieren fertig.


Im Vordergrund ein Fundamentabschnitt, in den in Kürze der fertige Stahlbewehrungskorb eingesetzt wird, dahinter ein bereits fertiges Fundament. Links der zukünftige Schaltraum für den Betrieb des Tunnels. Ein bisschen moderne Architektur.


Ein Gewirr von Gerüsten, Schalungsteilen, Holz, Stahl, Abwasserrohren - wie man es von großen Baustellen kennt... und der fertige Wandabschnitt. Er hat bereits am Kopf der Wand ein auskragendes Auflager-Detail aus Beton bekommen, auf denen später die Träger und die Randeinfassungen der Überdachung liegen.





Fotos Juni 2008

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